Was tun mit geerbter Kunst?
Nicht jedes Kunstwerk passt in die eigenen vier Wände
Am einfachsten ist es, wenn einem die ererbten Kunstgegenstände selbst so gut gefallen, dass man sie sich in das eigene Zuhause hängen oder stellen möchte. Meist, so zeigt jedoch die Erfahrung, ist der Geschmack der Erben deutlich verschieden von den der Erblasser. Dann steht die Frage im Raum: Was tun mit geerbten Bildern und Skulpturen? Dann macht es Sinn, sich Schritt für Schritt an die Verwertung heranzutasten.
1. Sortieren
Als erstes sollten Sie sich einen Überblick verschaffen, um wie viele Kunstgegenstände es sich handelt. Wenn Sie sowieso einen Haushalt zu räumen haben, macht es Sinn alle Kunstgegenstände an einer Stelle zu sammeln. Kunstwerke sind aber nicht nur alle Bilder, die sich in Rahmen finden. Zum einen werden von Menschen geliebte Dinge zum Andenken, unabhängig vom objektiven Wert, eher aus subjektiver Wertschätzung, gerahmt. Da kann also auch wertloses dabei sein. Zum anderen kommen Kunstwerke manchmal wie Alltagsgegenstände daher und sind dabei sehr werthaltig. Diese werden gerade in Erbschaften von Nichtkennern gern übersehen und im schlimmsten Fall entsorgt, so traurig das auch klingen mag. Tragen Sie auch eventuelle Dokumente zu den Kunstwerken aus den Unterlagen des Verstorbenen zusammen. Das kann später helfen, die Herkunft der Kunstwerke sicher zu klären.
2. Sichten
Nachdem Sie alles zusammengetragen haben, sichten Sie die Kunstgegenstände. Nehmen Sie sich nun einmal Zeit jedes Kunstwerk einzeln anzuschauen. Auch wenn Sie nicht wissen um was es sich handelt, ob Grafik, Malerei oder Kunstdruck, lassen Sie sich von diesen Fragen nicht aufhalten. Diese können später noch geklärt werden. Machen Sie in diesem Zusammenhang auch gleich Fotos der einzelnen Kunstwerke mit dem Smartphone, um bei einer späteren Expertenanfrage auch Material liefern zu können.
3. Experten fragen
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Sie in aufwendiger Selbstrecherche nun die aktuellen Marktpreise der Kunstwerke herausfinden können. Aufwand steht hier in keinem Verhältnis zu Nutzen. Natürlich finden Sie Preise im Internet, aber das sind in der Regel nicht die Preise, die Sie auch für Ihre Kunst erhalten werden. Begehen Sie nicht den Fehler, sich hier in freudiger Erwartung "reich" zu träumen, denn das wird Sie meist enttäuschen. Fragen Sie einen Experten, der auf den sekundären Kunstmarkt spezialisiert ist, also Fachleute, die tagtäglich mit Wiederverkauf von Kunst zu tun haben. Das können Kunstauktionshäuser sein oder klassische Kunsthandlungen. Die Experten werden Sie dann um die gemachten Fotos bitten und sich mit Ihnen in Verbindung setzen. Fragen Sie immer Händler, die vertrauenswürdig auf Sie wirken.
Auch das ist Kunst: "Fluxus Virus"
22 Multiples von 22 Künstlern und ein Katalog
Das Mappenwerk, was ein Laie mitunter nicht gleich als wertvolle Kunst erkennen kann, hat zum Beispiel bei einer Auktion in München am 7. Dezember 2018 ein Ergebnis von 762 € (inkl. 27 % Käuferaufgeld) erzielt.