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Kunst als Wertanlage 

Chancen und Risiken realistisch betrachtet

 

Ist Kunst eine gute Geldanlage?

Die ehrliche Antwort: in den allermeisten Fällen nicht.

Das mag überraschen, denn kaum ein Markt wird so sehr mit Rekordpreisen in Verbindung gebracht wie der Kunstmarkt. Ein Basquiat für zehn Millionen, ein Picasso für achtzig. Wer solche Zahlen liest, denkt schnell: Kunst als Wertanlage, das klingt nach einer soliden Sache. Die Realität für die meisten Sammlerinnen und Sammler, auch für die meisten Erbinnen und Erben eines Gemäldes, sieht anders aus.

Warum wir glauben, Kunst steige immer im Wert

Der Grund für diesen Irrtum liegt nicht im Kunstmarkt selbst, sondern in unserem Kopf. Psychologen nennen es die Verfügbarkeitsheuristik: Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses danach ein, wie leicht uns Beispiele dafür einfallen. Und woran erinnern wir uns? An den letzten Zeitungsartikel über einen Rekordzuschlag bei Sotheby's. Nicht an die Tausenden Werke, die auf Auktionen unverkauft bleiben oder weit unter Schätzpreis den Besitzer wechseln. Nur Rekorde sind eine Nachricht wert. Die Normalität der Kunstwelt schafft es nie in die Medien.

Wussten Sie, dass...

... über 50 Prozent aller Verkäufe im Kunstmarkt unter einem Preis von 1.000 Euro bleiben? Das ist die tatsächliche Größenordnung, in der sich die meisten Transaktionen bewegen. Die Ausreißer nach oben prägen unser Bild, nicht den Markt.

Was die Wissenschaft über Kunst als Geldanlage sagt:

Wie riskant Kunst als Wertanlage tatsächlich ist, hat der Kunstmarktexperte Magnus Resch, der in New York lebt und Kunstmanagement an der Yale University lehrt, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung in 2024 auf den Punkt gebracht: „Kunst ist kein gutes Investment. 99 Prozent der Werke können nicht wieder verkauft werden, und die meisten können den Einkaufswert nicht mal halten, geschweige denn steigern.“

Resch weiß, wovon er spricht. Für seine 2018 im Fachmagazin Science veröffentlichte Studie hat er gemeinsam mit dem Netzwerkforscher Albert-László Barabási und weiteren Kollegen die Karrieren von einer halben Million Künstlerinnen und Künstlern ausgewertet. 

Das Ergebnis:  Der wirtschaftliche Erfolg eines Künstlers lässt sich bereits aus seinen ersten fünf Ausstellungen ziemlich zuverlässig vorhersagen.

Wer früh Zugang zu den einflussreichen „Alpha-Galerien“ wie Gagosian, Pace, Hauser & Wirth oder David Zwirner findet, bleibt meist im Zentrum des Marktes. Wer diesen Zugang nicht bekommt, bleibt außen vor — unabhängig davon, wie gut die Kunst ist. „Was wir als gute Kunst verstehen“, sagt Resch, „ist das Resultat von gutem Marketing und geschlossenen Netzwerken.“

Das Netzwerk entscheidet, nicht das Talent

Eine im Juli 2026 in Nature Communications veröffentlichte Studie, an der Resch ebenfalls beteiligt war, bestätigt dieses Muster eindrücklich — diesmal anhand der Karrieren von über 65.000 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern in mehr als 20.000 Museen, Galerien und Institutionen weltweit. Die Universität St. Gallen berichtete darüber ausführlich: Ein Künstler, der in einem von Männern dominierten institutionellen Netzwerk ausstellt, hat eine Wahrscheinlichkeit von 73 Prozent, überhaupt den Auktionsmarkt zu erreichen. Eine Künstlerin im selben Netzwerk kommt auf 69 Prozent. Wer dagegen in einem weniger einflussreichen Netzwerk startet, sieht diese Wahrscheinlichkeit auf 52 Prozent sinken — und das gilt für Männer wie Frauen gleichermaßen.

Die Kernaussage für jeden, der Kunst als Wertanlage betrachtet: Das institutionelle Netzwerk, in dem eine Karriere beginnt, sagt den späteren Markterfolg stärker voraus als nahezu jeder andere Faktor, auch stärker als das Geschlecht. Wertsteigerung ist kein Qualitätsurteil über ein Werk. Sie ist das Ergebnis einer Struktur, die sich Jahre vor dem ersten Auktionszuschlag festlegt — und auf die weder Künstler noch Käufer im Nachhinein Einfluss haben.

Warum das für Ihr Kunstwerk wichtig ist

Wenn Sie ein Gemälde geerbt haben oder überlegen, ein Werk als Anlage zu kaufen, lässt sich daraus eine klare Konsequenz ziehen: Ob ein Kunstwerk im Wert steigt, hängt fast nie an der Machart, der Handschrift oder Ihrem persönlichen Geschmack. Es hängt an der Frage, ob die Künstlerin oder der Künstler in genau jenem schmalen Netzwerk aus Top-Galerien, Museen und Sammlern verankert ist, das über Sichtbarkeit und Preis entscheidet. 

Für Werke außerhalb dieses Netzwerks und das betrifft die überwältigende Mehrheit aller Kunstwerke in privaten Sammlungen und Nachlässen gilt: Der Wiederverkaufswert muss von einem Experten im aktuellen Markt eingeschätzt werden.


Fazit

Kunst als Wertanlage funktioniert, aber nur für einen kleinen, hochpreisigen Ausschnitt des Marktes, der durch Netzwerke und nicht unbedingt durch Qualität bestimmt wird. Für alle anderen, und das ist die überwiegende Mehrheit, gilt: Kunst ist in erster Linie ein Wert für Herz und Verstand, kein verlässliches Investment. Wer das akzeptiert, kauft entspannter und wer verkaufen möchte, sollte sich unabhängig beraten lassen, bevor er sich auf einen Preis verlässt, den ihm jemand ohne Prüfung nennt.

Es gibt allerdings einen Weg, der diese Regel nicht widerlegt, sondern bestätigt: 

Wenn Sie bereit sind, sechsstellig in den Aufbau einer Kunstsammlung mit Wertsteigerung zu investieren, können Sie genau jenen Zugang zu den besagten Netzwerken erlangen, die laut der aktuellen Forschung tatsächlich über Wertsteigerung entscheiden. Die Eintrittskarte zu Kunst als renditestarke Wertanlage ist ein Geschäftskontakt aus dem Netzwerk und eingesetztes Kapital. 
Klingt das interessant für Sie, übernehmen wir bei e.artis auf Wunsch den gezielten Aufbau einer wertsteigenden Kunstsammlung nach genau den Kriterien, die Wissenschaft und Markt als entscheidend identifiziert haben. 


Sprechen Sie uns an, wenn das Ihr Anspruch ist und wir entwickeln mit Ihnen eine Strategie.  In jedem Fall werden wir für Sie auch Werke auf dem Sekundärmarkt zu mitunter viel attraktiveren Preisen für den gemeinsam definierten Sammlungsschwerpunkt suchen.

Ihre Konstanze Wolter

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